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Von Meilenstein zu Meilenstein

Eine Beteiligung des ERP-Startfonds bietet wachsenden Unternehmen eine verlässliche Finanzierung auch über eine längere Zeit.

Von Meilenstein zu Meilenstein

„Um den Markt zu erreichen, den er sich ausgesucht hat, braucht Gründer Dr. Ullrich Pigla einen langen Atem. Schon seit zehn Jahren arbeitet er daran, ein neues Diagnostikum zu entwickeln, das sich an entzündeten Gelenken im Körper ansammelt und Rheumageplagten schnellere Heilungschancen eröffnet. Erst in weiteren sechs Jahren wird er, so plant Pigla, für den mit Unterstützung der Uni Leipzig entwickelten Wirkstoff EP1645 die Marktzulassung erreichen. Der Marathon kostet Zeit – und Geld. "Bis 2014 werden wir insgesamt einen hohen zweistelligen Millionenbetrag investiert haben", sagt der Geschäftsführer der Biotectid GmbH aus Leipzig. Erst dann ist der Markteintritt geplant, erst dann verdient die Firma etwas.

Die Finanzierung solcher Entwicklungen ist wegen des Zeitaufwands und der Unsicherheit über den Ausgang immer heikel. Bis zur Zulassung von Medikamenten und Diagnostika sind in mehreren Schritten immer höhere Hürden zu nehmen – von Tests im Reagenzglas bis zu klinischen Studien am Patienten. Ein Stolpern endet für die Firma oft mit einem "Totalschaden". Investoren, sofern sich für solche Projekte überhaupt welche finden, finanzieren daher nur von Abschnitt zu Abschnitt.

Doch Piglas Firma zeigt: Diese Probleme sind für Start-ups kein unüberwindliches Hindernis. "Wir sind ein Paradebeispiel dafür, wie sich klinische Forschung in Deutschland finanzieren lässt", sagt Oliver Höppner. Der Finanzverantwortliche der Firma, der Chief Financial Officer, steht mit dieser Meinung nicht allein. "Diese Firma ist ein gutes Beispiel dafür, wie Unternehmen für verschiedene Unternehmensphasen das passende Förderprogramm nutzen können", sagt Michael Steinmetzer, Abteilungsdirektor Innovationen und Beteiligungen der KfW.

Biotectid hat vor allem Wert auf die Kommunikation mit den jeweiligen Investoren gelegt. "Viele vergessen, die Geldgeber aktiv und regelmäßig einzubeziehen. Dabei muss man sie als Partner ansehen", sagt CFO Höppner. Auf eine erste Finanzierungsrunde im Jahr 2000, die eine staatliche Beteiligungsgesellschaft stemmte, folgte in 2004 eine zweite, an der sich ein sachsen-anhaltinischer Venture-Capital-Geber beteiligte. Diese Beteiligung zahlte sich erneut aus, als 2007 wieder frisches Geld nötig wurde. Der Fonds agierte als sogenannter Leadinvestor und erfüllt damit eine Voraussetzung, damit sich der staatliche ERP-Startfonds mit rund einer Million Euro an der Firma beteiligte. Binnen weniger Monate wurde man sich einig – die meisten Beteiligten kannten sich ja bereits. "Es ist wichtig, ein sehr enges Verhältnis zu den Investoren zu haben", sagt CFO Höppner. Er telefoniert wöchentlich mit seinem Leadinvestor, um ihn auf dem Laufenden zu halten. Dieser unterrichtet anschließend die KfW, die gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi) den ERP-Startfonds aufgelegt hat.

Reden diese vielen und wechselnden Geldgeber nicht auch mal herein? "Natürlich sinkt der Anteil und damit der Einfluss der ursprünglichen Gründer, wenn sich neue Geldgeber beteiligen", sagt Pigla, der die Firma 1999 mit zwei Professorenkollegen gegründet hat. Aber die Gefahr sei begrenzt. "Die Investoren wollen die Know-how-Träger in der Firma ja unbedingt bei der Stange halten."

Dass man gegenseitig aufeinander angewiesen ist, wissen die Beteiligten. Das ist der Grund, weshalb sie ein partnerschaftliches Verhältnis anstreben. "Wir kommunizieren auch kleine Erfolge, nicht nur die großen Punkte in der Meilensteinplanung", sagt Höppner. Zum Beispiel die Einweihung neuer Räumlichkeiten. "Sonst sind wir für die Investoren nur eine Akte, die nicht lebt." Doch die Firma will nicht nur leben, sondern wachsen – weshalb sie immer wieder neues Geld braucht. Derzeit sucht Biotectid nach einem weiteren Partner, der das Unternehmen in der nun anstehenden nächsten klinischen Entwicklungsstufe finanziell unterstützt. "Wenn diese Studie absolviert ist, ist das Risiko weitgehend raus", wirbt Pigla auf dem von der Deutschen Börse und der KfW Mittelstandsbank organisierten Deutschen Eigenkapitalforum. Dessen Frühjahrsveranstaltung haben er und Höppner besucht, um Kontakt zu Investoren herzustellen.

Wie auch immer die nächste Finanzierungsrunde aussehen wird: Mit dem Kapital aus den vorangegangenen Runden hat die Firma Biotectid mittlerweile 14 Mitarbeiter eingestellt, ihre Reinraumproduktion zertifiziert, die ersten der klinischen Studien geschafft und weltweit Patente angemeldet, die zum Teil auch schon erteilt wurden. Geht alles gut, können Patienten mit Gelenkbeschwerden ab 2014 auf eine raschere und genauere Therapieentscheidung hoffen. Dann könnte sich der lange Atem auszahlen: Das Marktpotenzial für die neue Diagnosemethode wird allein in Europa auf 200 Millionen Euro geschätzt.“
Quelle: http://www.biotectid.de/misc/sitenews/reader/index.html?snID=18

Kontakt
BIOTECTID GmbH
Dr. Ullrich Pigla
Deutscher Platz 5c
04103 Leipzig

Tel.: +49 (0)341 25667330
Fax: +49 (0)341 25667340
E-Mail: info@biotectid.de
Internet: www.biotectid.de

 

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