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Plädoyer für das Unspektakuläre – in Zeiten der Aufgeregtheit

Presse-Information des ADT Bundesverbandes e.V.

Plädoyer für das Unspektakuläre – in Zeiten der Aufgeregtheit

Berlin, 16.12.2008
In diesem Jahr feierte der ADT-Bundesverband Deutscher Innovations-, Technologie- und Gründerzent-ren e.V. sein 20-jähriges Jubiläum. Mit ihm wurde eine 25-jährige Erfolgsgeschichte der Gründer- und Techno-logiezentren gewürdigt, die zur Zeit von gut 300 Zentren in Deutschland weiter gestaltet wird. Doch das wirtschaft-liche Umfeld, in dem dieses Jubiläum begangen wurde, konnte kaum unübersichtlicher sein. Das ist nun Gewiss-heit.

Eine der Grundideen hieß: Kleine, innovative und er-wartbar wachstumsorientierte Unternehmen sollten bes-sere Bedingungen für ihren Start sowie die Konsolidie-rung vorfinden. Getreu dem Motto „Small is beautiful“, das bis dato in ganz anderen kommunikativen Kontexten gefeiert wurde. Nun, dieses Credo gilt schon lange nicht mehr für alle Unternehmen, die in den Innovationszentren das Licht der Welt erblickten. Und auch diese Erkenntnis ist nicht zu verachten. Über 20.000 Unterneh-mensgründungen mit mehr als 180.00 Beschäftigten sind eine nennenswerte Erfolgsbilanz – im Lichte der aktuellen wirtschaftlichen Probleme erst recht.

In den letzen Monaten staunten wir als Teilnehmer und Beobachter der Märkte nicht schlecht. Nach der von den Finanzmärkten verursachten Krise hat diese nun die Konjunktur erreicht. Rezession kündigt sich an oder ist in vielen wichtigen Märkten bereits zu beobachten. Vom Übergreifen der Finanzkrise auf die Realmärkte ist die Rede – eine bedenkliche Entwicklung, nicht nur sprach-lich. Schließlich stützen seither Nationalstaaten die (ir-realen?) Finanzmärkte mit schwindelerregend hohen Krediten und Bürgschaften. In Deutschland beispielswei-se durch den „Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (Soffin)“. Mit atemraubender Geschwindigkeit verab-schiedete der Gesetzgeber im Oktober 2008 ein Finan-zierungspaket mit ca. 480 Mrd. EURO staatlichen Garan-tien und Kapitalspritzen für die Finanzwirtschaft. Dies entspricht etwa dem 1,7-fachen des Bundeshaushalts 2008.

Damit wir uns nicht falsch verstehen: diese Überlegungen wollen das staatliche Engagement in Krisenzeiten nicht vorschnell diskreditieren. Doch Umfang und Tempo dieser Interventionen bilden einen surreal anmutenden Kontrast zu den Erfahrungen, die viele Unternehmen, ge-rade auch Existenzgründer, bei Finanzierungsverhand-lungen mit „einfachen“ Kreditinstituten machen. Erschwe-rend kommt hinzu, dass sich die sogenannten Ge-schäftsbanken in den letzten Jahren überwiegend aus dem Gründungsgeschäft verabschiedet haben. Doch der Zugang zu Krediten ist bei innovativen Gründern ein ent-scheidender Aspekt für eine tragfähige Geschäftsgrund-lage. Und hier haben die Innovationszentren oftmals ei-nen entscheidenden Vorteil – einerseits, weil die Gesell-schafterstruktur vieler Zentren das Kreditwesen integriert, andererseits, weil betriebliche Existenzgründungen in Gründer- und Technologiezentren eine deutlich höhere Chance auf Nachhaltigkeit besitzen, als dies in anderen Kontexten zu beobachten ist.

Jetzt, da die Spekulationen auf einen „super return“ mit über 20% Rendite geplatzt sind, können sich Banken al-ternativer, ehemals originärer Aufgabe erinnern: Steige-rung der volkswirtschaftlichen Produktivität durch intelli-gente Kapitalbereitstellung, und zwar dort, wo neue Pro-dukte und Verfahren „Werte“ schaffen: Beispiele und Zukunftsbranchen gibt es genug: Medizintechnik, Life-sciences, Energietechnik, neue Werkstoffe etc.. Und nicht wenige der angesprochenen Unternehmen sind oder kommen aus Innovationszentren. Dort wird un-geachtet der Krisen weiter und mit Erfolg am Struktur-wandel gearbeitet. Vielleicht unspektakulär, aber nach-haltig. Für die Blitzlichter und Aufgeregtheiten sorgen schon andere, leider zu häufig.

Pressemitteilung als Download (pdf)

Herausgeber:
ADT - Bundesverband Deutscher Innovations-,
Technologie- und Gründerzentren e. V.
Jägerstraße 67
10117 Berlin

Tel: + 49 (0)30 3920 0581
Fax: +49 (0)30 3920 0582
Email: adt@adt-online.de
Internet: www.adt-online.de
Andrea Glaser
Geschäftsführerin

Verantwortlich:
Dr. Bertram Dressel
Präsident
TZ Dresden
Tel.: +49 (0)351-8718 665
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